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Sonntag, 26. Februar 2012

4. Etappe: von Schwäbisch Gmünd nach Heubach

Wegverlauf:
Schwäbisch Gmünd – Strassdorf – Kriegsebene – Weiler – Scheuelberg – Fastnethöhle - Heubach

Weglänge: 25 km


Ja, es hat geklappt. Nach 3 Wochen eisiger Kälte bin ich dann wieder auf den Remstalhöhenweg. In den 3 Wochen war ich nicht einmal wandern. Es war einfach zu kalt! Minus 10 bis minus 15 Grad. Da macht man doch lieber was anderes und igelt sich ein bisschen zu Hause ein. Wie groß war dann die Freude über den Wetterbericht von dieser Woche: nach Schneeschmelze in den unteren Lagen und Regen sollte es diese Woche nun sonnig werden und Temperaturen (zumindest tagsüber) leicht über null. Ich muss raus! Jetzt hält mich nichts mehr.

Der Wecker morgens allerdings schon fast. Durch die Pause bin ich so faul geworden, dass ich mich gefragt habe, was mich geritten hat für diesen Tag wandern zu wollen. Ich hab mich nochmals umgedreht. Aber zum Glück kannte ich das schon von anderen Wanderungen. Denn wen man dann mal unterwegs ist denkt man nicht mehr ans länger schlafen, dann will man nur noch raus.

Also wieder mit dem Zug nach Schwäbisch Gmünd und entlang dem Weg mit dem blauen Blaken zum Teilort Strassdorf / Ziegelhütte und dort dann weiter am Sportplatz vorbei über die Felder auf den Remstalhöhenweg. So früh am Morgen war es noch richtig kalt und ich war froh um Mütze und Handschuhe, aber bald war ich eingelaufen und hab sie nicht mehr gebraucht. Von hier oben hat man einen wunderbaren Blick auf die 3 Göppinger Hausberge: den Stuifen, Rechberg und Hohenstaufen. Warum man die Göppinger Hausberge nennt ist mir nicht ganz klar, man könnte sie genauso gut die Schwäbisch Gmünder Hausberge nennen, von der Stadt sind sie genauso weit weg wenn nicht gar näher. Für das Frühjahr nehme ich mir gleich eine Wanderung über alle 3 Berge vor. Das sollte von den Kilometern her machbar sein.

Von den Feldern dann erstmal wieder runter ins Tal (war ich nicht gerade eben erst hoch gelaufen?!), vorbei am Krematorium. Als ich dort lief wurde gerade ein Sarg ausgeladen und aus dem Kamin kam Rauch. Eine komische Vorstellung, dass der Rauch von Menschen stammt. Sehr diskret gemacht das Krematorium. Für ein modernes Krematorium finde ich es richtig gut. (Zugegebenermaßen kenne ich bisher nur das Stuttgarter auf dem Pragfriedhof, das wie ein Gebäude aus Gotham City aussieht.)

Weiter geht es über Felder. Ich höre die Vögel zwitschern, wie sie sich auf den Frühling freuen. Die ganze Zeit während der Eiseskälte habe ich sie nicht gehört. Wie schön sie wieder zu hören. Wenn man in die Hocke geht und ganz leise ist, hört man es knacken und knistern, wie in der Sonne der Raureif und das Eis über dem Acker schmilzt. An anderen Stellen finde ich zugefrorene Pfützen, lang gezogene eisbedeckte Furchen am Wegrand. Ich hinterlasse eine Spur der Verwüstung. Ich kann Euch sagen, das macht süchtig – mit Wucht reintreten, oder einfach nur drauf stehen und es knacken hören wie das Eis bricht. Eins nach dem anderen, und so viel Eis! An dem Acker, an dem ich vorbei gelaufen bin ist keine einzige Eisplatte mehr ganz. Passend zum heutigen Faschingsdienstag treibe auch ich auf meine Art den Winter aus :-)

Nun geht es bergan zum Wald. Der Weg ist teilweise spiegelglatt. War der Schnee unten im Tal bereits komplett verschwunden nimmt er nun mit den Höhenmetern zu und außerdem gibt es auf dem Weg jede Menge Eis. Teilweise ist der Weg komplett unter einer zentimeterdicken Eisschicht begraben. Man kann nur langsam und vorsichtig laufen. Es sieht aus wie wenn der Schnee angetaut wäre, den Weg hinuntergeflossen und dort wieder als Wasser gefroren.

Und dann beginnt die Kriegsebene. Ich habe es wohl auf der Karte gelesen, aber was ich hier sah, hatte ich nicht erwartet. Unzählige Bunker. Man sieht auch noch genau wo die Schützengräben waren. „I will never understand how man can see the wisdom in a war“ summe ich vor mich hin. Ich kann mich genau erinnern, als ich diese Liedzeile auf einem Chris deBurgh Konzert in der Liederhalle gehört habe. Das Publikum kannte das Lied natürlich und es herrschte absolute Stille, als er diesen Satz sang. Und anschließend zustimmender respektvoller Applaus. Gänsehaut. An einem Bunker finde ich eine Hinweistafel, die beschreibt, dass heute Fledermäuse in den Bunkern überwintern und auch im Sommer hier Rast machen. Eine friedliche Nutzung. Warum nicht gleich so?

Von der Kriegsebene geht es in einem lang geschwungenen Weg den Berg runter. Die Winterlandschaft sieht hier herrlich aus. Unten bei den Steinbacher Höfen liegt aber kein Schnee mehr. Hier mache ich auf ein paar Baumstämmen Rast und genieße die Sonne am klaren blauen Himmel. Auch wenn es mir hier gefällt muss ich irgendwann weiter.

Ich komme an einem Stall und einer Weide vorbei, auf der Hochlandrinder stehen! Sie schauen mich neugierig an, ich sie auch. Die zotteligen Haare hängen ihnen bis über die Augen. Dass die mich überhaupt sehen können! Stolze Hörner haben sie. Eine gescheckte Katze lässt sich wenig davon beeindrucken und sonnt sich auf Baumstämmen.

Dann geht es durch den schönen Ort Weiler. Überall auf den Straßen liegt noch Konfetti vom Fasching. Und kaum geht es wieder aus dem Ort raus und den Berg rauf, liegt wieder Schnee, wie wenn es keine Landschaft ohne Schnee gäbe. Der Schnee glitzert in der Sonne.

Und dann ein magisches Erlebnis: ich stoße auf den HW1, den Albnordrandweg, den ich letztes Jahr gelaufen bin (siehe mein Blog Albumrundung). Was für ein Gefühl das rote Dreieck wieder zu sehen! Auf den Wegweisern steht woher der Weg kommt, den Bargauer Kreuz. Ja, daran kann ich mich erinnern. Phantastisch. Und ich weiß auch noch wie es weiter geht. Vor meinem inneren Auge sehe ich es schon. Der Remstalhöhenweg läuft jetzt eine zeitlang auf dem HW1. Ich bin gespannt an was ich mich noch erinnern kann. Und es ist eine Menge wie sich herausstellen wird.

Es geht das Himmelreich rauf. Ein alter Mann fragt mich wie weit es noch ist. Seine Frau ist schon weiter oben und ruft ihn. Die beiden wollen dort einkehren. Na, ob die Gastätte zu der Jahreszeit auf hat? Das bezweifle ich. Die Frau ist jedoch sicher, dass es so sein wird und keift zu ihrem Mann er solle kommen, sie sähe es schon. Er will’s ihr nicht glauben. Ob sie je oben angekommen sind weiß ich nicht. Jedenfalls hat das Ding wie vermutet zu und ich laufe weiter und setze mich auf eine Bank mit einem phantastischen Ausblick. Vor einem Jahr lag ich hier und habe eine Weile geschlafen. Die Erinnerung kommt gleich. Auch als ich in eine kleine Senke wandere bevor es auf den nächsten Berg geht: hier stand ich und hab ein Photo gemacht. Ich versuche das gleiche Photo zu machen und vergleiche es später zu Hause: einmal im Sommer aufgenommen und einmal im Winter. Faszinierend.

Weiter geht es zum Scheuelberg. Hier liegt richtig viel Schnee und das Wandern ist anstrengend. Egal, das gibt Kondition! Es geht einen langen Waldweg entlang bis ich wieder zu einer Bank mit Aussicht komme: direkt über Heubach. Man sieht auch gut den Rosenstein, auf den ich mich schon sehr freue, weil mir letztes Jahr die Höhlen dort so gut gefallen haben. Da es erst 14 Uhr ist und ich an diesem Tag nicht weiter als Heubach wandern kann, da die nächste Stadt, von der es sinnvolle Busverbindungen gibt, zu weit weg ist, bin ich etwas enttäuscht. Schon fertig für heute? Mist. Ich lese ein wenig auf der Bank und genieße die Aussicht.

Auf der Karte habe ich morgens schon gesehen, dass es hier 3 Höhlen am Berg gibt. Aber kein rechter Weg zu ihnen. Wie ich die wohl bei dem Schnee finden kann? Zeit hätte ich. Ich laufe den schmalen, vereisten Serpentinenweg den Hang runter. Auf dem Weg selbst kann man nicht laufen, wenn man nicht abrutschen will. Ich beschließe gleich für den folgenden Tag nicht die nächste Etappe zu laufen, weil ich weiß, dass es dort auch solche Wege gibt, und habe schon eine Alternative in niederen Lagen parat, die hoffentlich eisfrei zu laufen sind (nicht ganz wie sich herausstellen wird, aber dazu beim nächsten Mal mehr). Ich laufe neben dem Weg direkt an der Schräge, was im Sommer undenkbar wäre. Aber der vereiste Schnee hält einen gut. Als der Weg eine 180 Grad Kurve macht entscheide ich mich den Hang querfeldein runter zu gehen anstatt um die Kurve zu rutschen. Es ist verdammt steil. Aber der Schnee hält mich. Genial. Und dann sehe ich Wildspuren und es sieht aus wie wenn hier ein uralter schlechter Weg am Hang entlang geht. Der Schnee hält ja gut, also laufe ich los. Das könnte die Höhe sein, in der die Höhlen zu finden sind. Und Wildtiere können sich bestimmt auch im Winter daran erinnern wo die Wege unter der Schneedecke sind. Es ist schwierig hier zu laufen. Es ist tatsächlich ein alter Weg, aber in einem ganz schlechten Zustand. Er ist schmal und manchmal schon wieder vom Hang verwischt und kleine Bäume und Sträucher wachsen schon wieder dort. Ich rutsch ein paar Mal, gehe aber weiter, freue mich über das Abenteuer. Dann wird der Weg wieder besser und es gibt auch menschliche Spuren darauf. Aber er führt nach oben! Halt, ich wollte doch auf halber Höhe bleiben!

Und dann sehe ich von rechts einen Jogger kommen. Ja, richtig! Ein Jogger auf dem Berg bei Schnee und Eis. Ich spreche ihn auf die Höhlen an und frage ihn wie man sie findet. Erst ist er ein bisschen wortkarg, aber dann kommt er richtig in Schwung. Die Fasnetshöhle seit toll, da habe er schon öfter übernachtet. Und die Jakobshöhle finde ich durch ein Metallseil, das den Weg nach unten begleitet. Und dann muss ich hier runter und dort rüber, dann wieder hoch, 300m weiter und wieder runter. Er erzählt mir dann noch von den Höhlen am Rosenstein und ich bin rundum informiert von einem echten Outdoorler der Ostalb! Genial.

Ich mache mich also auf die Suche nach der Fasnethöhle. Nicht so einfach, weil die Wege nach Aussage meines Joggers kaum begangen sind und bei Schnee eh nicht zu finden. So folge ich seinen Erklärungen und gehe an der Stelle, an der ich den Weg vermute steil den Hang runter. Nur der Schnee hält mich. Noch beim runter laufen denke ich mir – das musste ja nachher alles wieder hoch! Na egal, ich wollte Abenteuer, nun habe ich es. Ich sehe links eine Wildspur und folge ihr und finde am Fels tatsächlich eine Höhle! Ich bin begeistert! Ob es nun die Fasnetshöhle ist kann ich natürlich nicht mit Bestimmtheit sagen, aber es ist eine Höhle! Und man könnte auch darin übernachten. Auf dem gleichen rutschigen Weg zu meinem steilen Weg zurück gehe ich noch tiefer den Hang hinunter, da rechts auch Felsen zu sehen sind. Auch dort biege ich auf einer Wildspur ab. Aber die ist gar nicht so einfach zu laufen! Und der Hang ist steil, verdammt steil! Meine Abenteuerlust lässt mich weiter gehen als ich sollte und ich rutsche ab, kann mich jedoch fangen, merke aber gleich, dass ich mich am Pomuskel gezerrt habe. Ich kann von Glück sagen, dass ich nicht weiter abgerutscht bin, das hätte gefährlich werden können. Ich verharre erst einmal, um den Schrecken zu verdauen und wieder zur Ruhe zu kommen. An ein Weiterkommen ist nicht zu denken, wenn ich nicht nochmals abrutschen will. Zu steil, und matschig unter dem Schnee. Bei trockener Witterung und mit Stöcken im Gepäck hätte ich es gewagt, aber ich muss eingestehen, dass es besser ist umzukehren, auch wenn mir das gar nicht passt. Die ersten Meter zurück sind schwer. Jeder Schritt mit dem Bein der Zerrung am A… tut weh. Und es ist rutschig. Nun bin ich vorsichtiger als zuvor. Aber ich schaffe es gut zum steilen Weg zurück. Ich habe die Handschuhe angezogen und stütze mich zusätzlich mit den Händen, da ich so am Berg einen besseren Halt habe. Das funktioniert ganz gut, da ich so wieder die Eigenschaft des leicht vereisten Schnees nutze, mich zu halten. Den steilen Weg gehe ich zunächst aufrecht, merke aber, dass es verdammt anstrengend ist und die Zerrung tut ihr übriges. Und der Weg ist weit den Berg hinauf! Vielleicht wäre es an dieser Stelle leichter gewesen nach unten zu laufen. Aber so habe ich nochmals die Hände zu Hilfe genommen und schon kam ich besser voran. Oben angekommen brauche ich dringend eine Pause. Das hat ordentlich an den Kräften gezehrt. Natürlich wäre ich nun noch gerne zur Jakobshöhle gegangen, den Weg mit dem Metallseil suchen, aber die Zerrung macht das unmöglich. Ich frage mich, ob ich die morgige Tour überhaupt laufen kann.

Schließlich siegt die Vernunft und ich laufe wieder zu der Bank mit Aussicht auf den Rosenstein. Die Rast dort genieße ich nochmals und steige dann nach Heubach ab. Am Rathaus angelangt habe ich Glück und es fährt 10 Minuten später ein Bus Richtung Schwäbisch Gmünd (Stadtbus Nr. 1) wo ich in den Zug umsteige.

Auf der Fahrt nach Schwäbisch Gmünd rein sehe ich schon wie die Menschen die Straßen säumen. Es ist Faschingsumzug! Als ich an dem Gleis stehe sehe ich auch schon erste Gruppen ankommen. Der Umzug ist vorbei, und nun fahren einige mit dem Zug nach Hause. Die Hexen steigen mit ihren Masken mit mir in den Zug ein. Die Kapelle mit dem Glockenspiel läuft spielend durch die Unterführung auf die andere Seite des Bahnhofs. Richtig gute Stimmung.

Dienstag, 24. Januar 2012

2. Etappe: von Beutelsbach nach Waldhausen

Wegverlauf:
Beutelsbach – Schnait – Engelberg – Schorndorf – Schönblickhütte – Dragonerhütte – Rehhaldenhütte - Waldhausen

Weglänge: 34,5 km

Karte: F521 Göppingen Freizeitkarte 1:50.000


Einen Tag später (also letzten Samstag) also wollte ich laufen obwohl die Wettervorhersage nicht besonders gut war. Ich nahm gleich meinen Stockschirm mit, nicht den kleinen Knirps. Als ich aufwachte war es draußen weiß Und ich sollte mich noch sehr wundern über das Wetter. Eigentlich wäre im Nachhinein betrachtet besser gewesen am Freitag zu laufen. Aber dafür habe ich echt ein Abenteuer erlebt und das war es wert.

Mit der S-Bahn wollte ich nach Endersbach und von dort mit dem Bus nach Schnait und dort wieder auf den Remstalhöhenweg. Aber in der S-Bahn habe ich mich spontan umentschlossen, kurz vor Endersbach, als ich entdeckte, dass die Firma für den Beutelsbacher Saft in diesem Ort und nicht in Beutelsbach steht, blieb ich einfach sitzen. Warum sollte ich nicht den gleichen Weg von Beutelsbach nach Schnait laufen? Bisher habe ich das bei Fernwanderwegen immer so gemacht: genau dort wieder anfangen wo ich aufgehört hatte. Und jetzt plötzlich mit dem Bus nach Schnait? Nein, das ging einfach nicht. Wenn schon, dann richtig und was sind schon 2-3 Kilometer mehr?

Gleich in Beutelsbach brauchte ich den Schirm und habe ihn während des gesamten Tages nur selten zu gemacht. Den Weg ging ich ohne auf Wegzeichen oder meine Karte zu achten, damit alles noch im Kopf geblieben ist wo ich welchen Weg genommen hatte. In Schnait dann komplett durch den Ort durch, dann den Weinberg hoch. 2 Zentimeter Schnee und zwar gut mit Wasser versetzt ohne richtig matschig zu sein. Sehr anstrengend zum Laufen und gleich den Berg hoch. Ein paar Meter weiter waren es schon 4 Zentimeter. Na ob ich es da bis Plüderhausen schaffen würde wie ich es mir vorgenommen hatte? Vielleicht muss ich ja doch in Schorndorf aufhören.

Und dann fielen mir im Schnee Spuren von einem Hund auf. Aber wo waren die dazugehörigen Menschenspuren? Oder doch Katzenspuren? Nein, bei dem Wetter gehen Katzen nicht raus, schon gar nicht in die Weinberge. Ein paar Augenblicke später sah ich 20m vor mir den wahren Grund: ein junger Fuchs! Er schaut mich neugierig an, ein bisschen verängstigt und huscht seitlich den Hang runter, weg von mir. Ich habe tatsächlich einen Fuchs gesehen. Faszinierend. Auf meinen Wanderungen habe ich schon 3 Füchse gesehen, aber jedes Mal bin ich von Neuem begeistert. Einen Fuchs sieht man nicht so oft. Und es sind schön Tiere. Gleich fällt mir der Artikel ein, den ich nach der letzten Wanderung in der Schorndorfer Zeitung über die Fuchsjagd gelesen hatte mit einem Photo, auf dem 27 Füchse tot nebeneinander liegen. Lass Dich bloß nicht erlegen junger Fuchs!

Als ich den Waldrand erreiche will ich etwas trinken und dazu unter die angekündigte Hütte stehen, weil es von oben regnet. Aber ich komme nicht zu der Hütte. Das Wetter ist eine seltsame Mischung aus Schnee und Regen, der Schnee ist richtig guter Schnee, aber gleichzeitig von oben Regen und Tauwetter. Wie passt das denn zusammen? Vor der Hütte ist alles voller Wasser, ein richtiges Haus am See. Genial. Ich laufe weiter und dann in den Wald hinein und hier hat es bis zu 10 Zentimeter Schnee! Das Laufen wir anstrengend, ich wünsche mir meine Schneeschuhe her. Bei dem Wetter habe ich den Weg garantiert für mich alleine. Nur ich und die Spuren der Hundebesitzer, die hier schon morgens durchgelaufen sind. Ich trete in die Spuren einer Frau (die Fußabdrücke sind etwas kleiner, daher denke ich es war vielleicht eine Frau). Das erleichtert das Laufen, ist aber auch sehr anstrengend, weil ich mich auf die Spuren konzentrieren muss und von der schönen Schneelandschaft nicht mitbekomme. Irgendwann wechsle ich von der Storchentechnik zur Schleiftechnik. Damit komme ich viel schneller voran. Ist für die Beine sicher anstrengender, aber schneller. Ich will ja auch ein bisschen vorwärts kommen heute.

Und dann biegen sich vor mir die Äste von jungen Bäumen unter dem Gewicht des Schnees auf den Weg hinab, so dass nur ein schmaler Weg dazwischen frei bleibt. Wie im Wintermärchen.

In Engelberg, der einzigen Stadt durch die ich heute komme, wechselt es wieder zum Tauwetter, aber das kann dem Schnee nicht besonders viel anhaben. Eine unglaublich interessante Mischung dieses Wetter! Regen und Schnee im Wechsel und doch gleichzeitig vorhanden.

Also auf dieser Tour muss man wirklich alles mitnehmen, Essen und auch genug Trinken. Denn in Engelberg gibt es keinen Laden und sonst geht alles durch den Wald. Und leider gibt es auf der ersten Hälfte keine Schutzhütten, was bei diesem Wetter ziemlich unpraktisch ist. Naja, ist vielleicht nicht jeder so verrückt wie ich und läuft extra bei diesem Wetter los. Aber wenn man halt laufen will, dann will man laufen. Und dann ist auch mal das Wetter egal. In Ermangelung einer Schutzhütte und weil sich um 11 Uhr bereits mein Magen meldet setzte ich mich unter das Dach der hölzernen Bushaltestelle und verspeise dort mein erstes Salamibaguette. Ich muss selbst lachen wie ich da an der Bushaltestelle sitze und Pause mache. Wer braucht schon Alltag?

Es geht immer weiter durch den Wald. Nur kurz Winterbach und ein Staubecken gestreift, sonst nur Wald, Sehr schön. Der Schnee ist mal fast weg, mal nur 2 Zentimeter, dann in geschützten Kurven wieder volle 10 Zentimeter tief. Sehr wechselhaft. Und von den Bäumen fällt der tauende Schnee wie Bomben herab auf meinen Regenschirm. Und da mache ich mir gestern Sorgen wegen abknickenden Ästen! Ich erschrecke jedes Mal wenn ein großer nasser Klumpen auf den Schirm herunter kracht. Das macht ein Geräusch! Und es passiert so schnell, dass ich es erst bemerkte kurz bevor der Schnee auf den Schirm klatscht.

Und an den Bäumen mit glatter Rinde, meist Weißbuchen, läuft das Wasser wie in einem senkrechten Fluss herunter. Das habe ich noch nie gesehen. Wasser, das einfach so, unaufhörlich am Baumstamm herunter fließt. Ein richtiges Naturschauspiel, das ich mir lange bewundernd anschaue. Und als ich munter „Nothing else matters“ vor mich hinsinge (hier hört mich eh niemand) springen erst eins, dann zwei und schließlich ein drittes junges Reh vom Hang links hinauf, über den Weg in vollendeter Grazie rechts den Hang hinauf. Rehe, obwohl ich nicht leise durch den Wald gegangen bin. Rehe sind wunderschön wenn sie schnell durch den Wald laufen, so fein und stilvoll.

Der Weg zeigt nach Steinmäurich, es ist nicht mehr weit. Das ist direkt an der Abzweigung nach Schorndorf. Also hier höre ich bestimmt nicht auf. Es ist doch gut gelaufen mit der Kondition im Schnee. Sehr sehr gut. Ich bin stolz auf mich. Und an der Abzweigung nach Schorndorf steht auch schon das nächste Ziel der offiziell 3. Etappe angeschrieben: Rattenharz, noch 17,8km. Nur noch 17km? Also bis hierhin bin ich 17km gelaufen, also das wäre ja die Hälfte (vergessen sind die anfänglichen Überlegungen ob ich bei Schorndorf aufhöre, ich werde größenwahnsinnig). Und ich liege so verdammt gut in der Zeit. Wie lange ist es noch bis zum Sonnenuntergang? Würde passen. Und konditionell bin ich gut drauf. Oder übernehme ich mich dann? Aber morgen ist ja Sonntag und ich kann ausschlafen und ausruhen. Gefährlich, gefährlich, die Gedanken haben sich in Gang gesetzt. Nach dem Wegweiser kommt bald eine Art kleine Steinhausruine, die von der anderen Seite sich als von innen mit Holz ausgekleidete Schutzhütte erweist und nun sieht man auch, dass sie ein Dach hat. Ich setze mich und ruhe mich eine ganze Weile aus. Ich denke mir, ich kann mir das ja noch bei der Abzweigung nach Plüderhausen überlegen, ob ich wirklich bis nach Rattenharz gehe. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass unterhalb von Rattenharz Waldhausen ist und dort ein Zug abfährt. Ja und eigentlich war dort schon der Gedanke gefasst: ich werde heute über die 30km kommen und ich will es! Auch wenn ich mir immer noch das Hintertürchen Plüderhausen offen gehalten hatte. Wenn ich ehrlich bin war hier der Entschluss gefasst. Die Idee hat von mir Besitz ergriffen.

Weiter geht es wieder durch den Wald. Eine Schönblickhütte ist angeschrieben und ich freue mich schon darauf, weil ich gerne Pause machen will. Weil ich von der Idee so begeistert war bin ich nicht besonders lange in der letzten Hütte sitzen geblieben. Man kann sich bei dem Wetter auch schlecht einfach irgendwohin setzen. Alles nass und von oben noch mehr nass. Auch wenn es eigentlich schon aufgehört hat zu regnen, regnet es im Wald weiter, weil die Bäume den Schnee und die Regentropfen mit dem Wind regnen lassen. Und dann sehe ich die Hütte. Bei Sonnenschein bestimmt super: groß, quadratisch, mit einem schönen Geländer aus Waldästen, aber ohne Wände!!! Was soll ich denn bei diesem Wetter mit so einer Hütte. Und die einzigen zwei Bänke sind nass, es windet. Ich hole trotzdem mein aufblasbares Thermositzkissen heraus und setze mich darauf. Ziehe die Handschuhe und die Fliesmütze an und mach den Anorak gut zu. Immerhin ist es von oben trocken. Und ich muss mich ausruhen, sonst wird sich mein Knie wieder beschweren, wenn ich alles ohne Pause durchlaufe. Außerdem ist das nicht so gut, wenn man auf schmalen Hangwegen läuft und erschöpft ist. Das kann auch gefährlich werden. Die Ruhe tut gut und ich bleibe so lange wie möglich sitzen. Wenn man sich ein wenig einmummelt klappt das eigentlich ganz gut.
Und so geht es weiter durch den Wald. Manchmal werden aus Waldwegen regelrechte Bäche durch das Tauwetter. Ich rechne immer brav bei den Schildern mit Kilometerangaben und die Überzeugung, dass ich das heute packe wächst in mir. Und dann kommt plötzlich eine gescheite Schutzhütte: die Dragonerhütte. Ein Sechseck mit vier Wänden wie es sich gehört, die Bank komplett im Kreis und ein Holztisch in der Mitte. Hier kommt der Wind nicht rein. Wunderbar. Ich atme durch. Der Wind ist draußen teilweise sehr stark geworden. Die Hütte ist eine Wohltat. Aber ich muss weiter. Das bestätigt mir ein Blick auf die Uhr. Man läuft eben nicht mit der gleichen Geschwindigkeit am Nachmittag wie am Morgen.

Und dann komme ich an die Abzweigung nach Plüderhausen. Hier könntest Du runter und in den Zug einsteigen. Ja, hier könntest Du, wenn Du nur wolltest. Nein, ich laufe weiter! Es ist noch genügend Zeit. Allerdings läuft mir dann auf dem Waldweg irgendwann dann doch die Zeit davon und ich merke, dass bei diesem Wetter mit den dunkelgrauen Wolken die Dunkelheit schon weit vor dem Sonnenuntergang zu spüren sein wird und ich nicht bis halb sechs Zeit haben würde. (Es hilft immer zu wissen wann der Sonnenuntergang ist, besonders im Wintern. Hilfreich hierbei ist mal wieder das Internet: http://www.sonnenuntergang.de/) Ich komme an die wunderschöne Hütte der Rehhalde. Vom Albverein. Und ich sitze dort trotzdem ein bisschen draußen und merke erst beim Weggehen, dass es dort einen unverschlossenen Innenraum gibt – sogar mit Heizung! Wow, diese Ortsgruppe ist wirklich fürsorglich. Das nenne ich mal eine tolle Hütte. Und Hütte ist eigentlich untertrieben. Die hier ist groß und bewirtschaftet, man kann im Sommer draußen sitzen, Bierbänke, Spielgeräte für die kleinen und großen Kinder. Und wie ich so da sitze bemerke ich, dass die Atmosphäre dunkler wird. Vom Wald kommt in dichten Schwaden der Nebel hochgestiegen. Wie im Film. Nur echt. Faszinierend und zugegeben auch ein bisschen unheimlich. Ich laufe durch den Nebel und bin begeistert. Aber jetzt gebe ich Gas, damit ich noch bei Tageslicht in Waldhausen ankomme. Und das gelingt auch punktgenau. Kaum habe ich am Automaten meine Fahrkarte gelöst wird es auch schon dunkel. Das nenne ich Timing!

Auf den Zug aus Aalen muss ich allerdings noch über eine halbe Stunde warten. Ich bin hochzufrieden dem Abenteuer so nah an meinem Alltag.

Mittwoch, 18. Januar 2012

1. Etappe: von Fellbach nach Beutelsbach

Wegverlauf:
Fellbach - Kappelberg - Kernenturm - Stetten - Y-Burg - Lobenrot - Strümpfelbach - Schnait - Beutelsbach

Weglänge: 25,5 km

Karte: F520 Stuttgart Freizeitkarte 1:50.000

 
Letzten Samstag bin ich gleich mal 1 1/2 Etappen auf einmal gelaufen, weil mir die erste offizielle Etappe mit 14,4 km zu kurz war. Ich fahre mit der S-Bahn zum Bahnhof Fellbach und bin ruckzuck da. Die Anfahrt ist wirklich kurz. Es geht mitten durch Fellbach durch, entlang der vielen Verkaufsstraßen, wo es viele interessante Geschäfte gibt. Jede Menge Bäcker, Metzger, Obsstände und Läden, in denen ich sicher mal das eine oder andere Geschenk kaufen werde. Fellbach ist eine sehr lebendige Stadt. Das gefällt mir. Ich werde sicher mal zum Einkaufen hierher gehen. Nach einiger Zeit bin ich an der Kelter angekommen, wo der Höhenweg offiziell beginnt. Und gleich bekomme ich Weinaugen. Überall Wein, Wein, Wein. Ein Weingut nach dem anderen, in jedem Ort eine Kelter, Weinverkauf und Besen. Am liebsten hätte ich gleich hier in Fellbach Wein mitgenommen, aber die ganze Tour durch wollte ich ihn dann doch nicht tragen und ich war auch schon um halb neun dort, so daß es noch zu früh war. Also rauf auf den Kappelberg. Nicht besonders hoch wenn man die Anstiege der Alb gewöhnt ist, aber ein guter Einstieg. In der Tourbeschreibung wird der tolle Blick auf Stuttgart und Umgebung angepriesen. Nun, wer den Blick auf eine Großstadt mag, ok. Die Aussicht ist weitläufig, aber ich schaue lieber über weniger verbautes Land und eine schöne Landschaft und freue mich schon darauf bald weiter weg zu sein von der Großstadt.


Auf dem Kappelberg geht es dann durch Wald und nach einiger Zeit zum Kernenturm. Der Kernenturm ist der erste Turm, den der schwäbische Albverein errichtet hat. Sieht richtig gut aus. Nebendran ist ein Kiosk, was bestimmt schön ist, wenn man im Sommer hier ist und sich ein Bierchen gönnt. Heute aber ist es Winter und ich raste nur kurz, weil es sonst zu kalt wird. Ich habe schon die Handschuhe an. Dafür genieße ich das Geräusch, das entsteht, wenn man auf den gefrorenen Waldboden tritt. Es knirscht wunderbar. Leider gibt es auf dieser Etappe viel zu wenig Waldboden. Ca. 70% läuft man auf Asphalt, was meinen Füßen nicht so gut gefällt.

Abstieg nach Stetten. An der Kelter vorbei liest man, daß der Weinverkauf im BayWa nebenan geschieht. Ein breites Grinsen erfüllt mich. Natürlich muß ich da rein. Schon lustig diese Mischung aus Landwirtschaftsbedarf mit Dünger, Rechen und Co, und dann an der hinteren Wand nur Wein. Ich entscheide mich spontan für einen Schwarzriesling und eine kleine Flasche Trollinger mit Zweigelt. Ganz schön schwer so große Glasflaschen. Aber ich schleppe sie tapfer die nächsten 15 km mit. Ein Mitbringsel muß schon sein. Vielleicht finde ich ja auf jeder Etappe einen Verkauf am Wegesrand. Wäre schön. Und den Rücken wollte ich ohnehin etwas trainieren für Wandertouren, auf denen ich einen größeren, volleren Rucksack mitnehmen muß, weil ich dort übernachte.


Von Stetten geht es hoch zur Y-Burg. Sogenannte Y-Burg gibt es ja überall! Bei Baden-Baden gibt es auch eine. Und hier bei Stetten stehen vor und in der Y-Burg viele Bronze Statuen, die echt gelungen sind. Es gibt einen Weingeist der auf der Mauer am Wegesrand sitzt und sich schön gegen das Licht abhebt, ein Burgfräulein und im Keller liegt ein Gefangener. Wirklich gut gemacht! Auf dem Remstalhöhenweg hat man gleich ein paar Besichtigungen mit dabei. Das gefällt mir.

Durch den Wald geht es dann nach Lobenrot. Eine schöne Strecke, weil man mal nur in der Natur läuft. Auf der Karte ist es ein Schlenker, den man nicht unbedingt machen müßte und ich frage mich schon warum das so ist. Die Antwort erhält man am Ortsausgang: man läuft durch eine Skulpturenallee des gleichen Künstlers, der seine Statuen auch in der Y-Burg hat. Dort stehen sie auf schlanken runden Säulen oben auf dem Berg und das sieht richtig gut aus, diese vielen Figuren gegen den Himmel betrachtet.

Anschließend geht es runter nach Strümpfelbach, das Ende der ersten offiziellen Etappe. Und man läuft über die ersten Wiesen! Wer wie ich noch ein bißchen weiter laufen möchte, hätte diesen Abstecher runter nicht machen müssen, sondern hätte über den Bergrücken rüber gekonnt, aber so was weiß man auch erst im Nachhinein. So habe ich ein bißchen Berglaufen bekommen und steige wieder zum Wald hinauf. Durch diesen geht es dann Richtung Schnait. Als ich stehen bleibe, neugierig in den Wald schaue und den Blick genieße laufen im Wald 3 Rehe den Berg rauf. Wenn sie sich nicht bewegt hätten, hätte ich sie vielleicht gar nicht gesehen, auch wenn sie einen weißen Hintern haben. Faszinierend. Es begeistert mich immer wieder solch scheue Tiere in der Natur zu sehen.

Anschließend geht es den Berg runter nach Schnait, vorbei an einem Grundstück mit Ziegen. Die sind vielleicht neugierig! Sie kommen eine nach der anderen her und schauen mich an. Sie riechen wie Schafskäse schmeckt. Und manche lassen sich sogar an der Schnauze streicheln. Das ist eins der schönen Dinge am Wandern: der Kontakt zu den Tieren.

In Schnait hatte ich immer noch nicht genug vom Wandern, weil es noch recht früh am Nachmittag war. Und außerdem fahren dort an einem Samstag die Busse nur alle 2 Stunden in Richtung S-Bahn. Und so bin ich vom Remstalhöhenweg weg und auf dem Weinweg nach Beutelsbach rein zur S-Bahn. Ich dachte in Beutelsbach finde ich bestimmt nochmals eine Weinhandlung, aber der Ort war wie ausgestorben an diesem Samstagnachmittag. Fast schon ein bißchen unheimlich. Schade, denn in Beutelsbach wird auch richtig guter Saft hergestellt, den ich auch mitgenommen hätte - zumindest ein paar Flaschen, die noch in den Rucksack passen.

Warum dieser Weg?

Zugegeben bin ich ein Albliebhaber und verbringe die meiste freie Zeit dort. Aber als Stuttgarterin wollte ich auch mal einen Weg laufen, der näher an Stuttgart dran ist und sich für einen Samstagsausflug eignet. Ich laufe gerne etappenweise statt alles am Stück, weil ich dann länger etwas davon habe über die Zeit verteilt. Es mußte also ein Weg sein, der gut erreichbar ist und da hat sich der Remstalhöhenweg angeboten. Bei einigen Etappen kommt man bequem mit der S-Bahn hin und auch ansonsten haben die Wegemacher sehr darauf geachtet, daß man überall mit den öffentlichen Verkehrmitteln hin und auch wieder weg kommt. Und daß ein Weg von A nach B geht und nicht nur ein Rundweg ist gefällt mir ohnehin. Man hat das Gefühl richtig Strecke zu machen und in der Gegend rumzukommen, auch wenn man bei Rundwanderungen gegebenenfalls genauso viele Kilometer läuft.

Wie auch bei meinem Blog zur Albumrundung werde ich hier keine genauen Wegbeschreibungen einstellen, sondern meine Eindrücke auf dem Weg schildern und was ich erlebt habe. Wer eine genaue Wegbeschreibung sucht findet sie unter www.wanderkompass.de. Dort gibt es die Strecke auch auf Google Maps vermerkt, zu jeder Etappe das Höhenprofil für alle, die vorher schon wissen wollen wie oft sie den Berg hochlaufen müssen und ovl Dateien, die ich persönlich am nützlichsten finde. Wenn man sich das Baden-Württembergische Kartenmaterial elektronisch kauft kann man diese OVL Dateien dort als Overlay öffnen und schon sieht man den Wegverlauf auf der Karte. Man kann diesen auch messen und zusätzlich Strecken hinzufügen und weiß genau wie weit das ist. Das ist ein tolles Werkzeug für die Tourplanung, wenn man nicht unbedingt die vorgeschlagenen Etappen laufen will und / oder Zuwege läuft und wissen will wieviel das an Kilometern zusätzlich ausmacht, z.B. gleich bei der ersten Etappe. Wenn man nicht mit dem Auto zur Kelter fahren will wo der Weg beginnt (vielleicht weil man nach Ankunft am Ende der Etappe auch schlecht wieder zurück zum Auto kommt), kann gleich vom S-Bahnhof loslaufen und mit der Karte vorher schauen wie weit das ist. Geschmackssache, ich weiß, aber ich verwende das sehr gerne. Die elektronischen Karten gibt es beim Landesvermessungsamt und im Handel.

Ich werde nicht gleich am Abend jeder Wanderung schreiben. Zum einen weil ich dann meine Ruhe auf dem Sofa haben und ausruhen will. Und zum anderen soll's scho ebbes gscheits sei. Ein paar Tage später schreibt man doch anders und hat ein bißchen über die Tour nachgedacht.

Und warum schribe ich diesen Blog? Zum einen weil es mir Spaß macht und zum anderen weil ich zeigen will, dass man solche Wege etappenweise laufen kann und sie so laufen kann wie man will. Dass man also nicht unbedingt die offziell vorgeschlagenen Wege einhalten muss, sondern nach Lust und Laune wandern kann. Dazu möchte ich mit diesem Blog Anregungen geben.

Man kann die Tour von zu Hause schon so planen wie z.B. die Wegentfernung zur eigenen Kondition paßt, oder auch noch während der Tour spontan entscheiden, ob man verkürzt oder auch verlängert oder gar abseits des Weges noch etwas erkundet. Denn die Möglichkeit irgendwo wieder öffentliche Verkehrsmittel zu erreichen ist sehr gut. Spontanität in der Routenänderung schlägt sich daher nicht unbedingt in einem unerträglichen Mehr an Kilometern nieder. Der Weg geht ja auch immer in der Nähe der Bahnlinie Stuttgart - Aalen entlang. Und zu dieser Bahnlinie fahren auch einige Busse.  

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